Wechseljahresbeschwerden – Symptome

Die Wechseljahre machen sich mit vielerlei unterschiedlichen Beschwerden bei etwa zwei Dritteln aller Frauen bemerkbar. Zusammengefasst werden die Beschwerden, die in den Wechseljahren auftreten unter dem Begriff klimakterisches Syndrom. Während einige Frauen die Wechseljahre nahezu beschwerdefrei überstehen, leiden wiederum andere so stark unter der Hormonumstellung, dass sie ärztliche Hilfe benötigen. In den meisten Fällen klingen alle Symptome wieder ab, bis diese dann vollständig verschwinden.

Die meisten Beschwerden treten zudem nicht durchgehend über das gesamte Klimakterium auf, sondern oft für einige Wochen, um dann für eine gewisse Zeit wieder zu verschwinden.

Körperliche Beschwerden in den Wechseljahren

Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen

In erster Linie zählen Hitzewallungen und Schweißausbrüche zu den Beschwerden, von denen fast jede Frau während der Wechseljahre zumindest für einige Zeit betroffen ist. Diese treten häufig in der Nacht auf und gehen dadurch oftmals mit Schlafstörungen einher. Durch den gestörten Nachtschlaf wiederum fühlen sich die Betroffenen nicht nur abgeschlagen, sondern es kann auch zu verschiedenen psychischen Einschränkungen und Verhaltensänderungen kommen.

Schwindel und Stoffwechselbeschwerden

Auch ein Schwindelgefühl zeigt sich vermehrt. Besonders, wenn die Betroffene einige Zeit in der gleichen Haltung gesessen oder gelegen hat, kann unmittelbar nach dem Aufstehen starker Schwindel einsetzen. Oft reichen leichte sportliche Betätigungen aus, um den Schwindel zu reduzieren.

Das vegetative Nervensystem wird durch die fehlenden Hormone leichter erregbar. Daher ist für alle Beschwerden des Stoffwechsels und Wasserhaushaltes, ebenso wie für die Atmungs- und Verdauungsprobleme immer der vollständige Rückgang der Östrogenbildung verantwortlich.

Veränderte Menstruation

Während bei einigen wenigen Frauen die Menstruation schlicht und einfach aufhört, haben andere während der Wechseljahre deutlich stärkere Regelblutungen. Krämpfe und Schmerzen treten bereits Tage vor dem Einsetzen der Blutungen auf und halten auch über einen längeren Zeitraum an. Die Menstruation selbst ist häufig sehr lang und stark. Sie kann bis zu vier Wochen andauern, nur um nach wenigen Tagen bereits wieder einzusetzen. In diesen Fällen muss mit dem Gynäkologen oder dem Hausarzt abgeklärt werden, ob eventuell Eisen oder auch Magnesium und Kalzium eingenommen werden müssen. Da der Körper mit dem Blut gerade sehr viel Eisen verliert. Eisenmangel erzeugt zusätzliche Probleme, die sich in Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, aber ebenfalls in einer juckenden und trockenen Haut äußern.

Trockene Schleimhäute erzeugen unterschiedliche Beschwerden

Allgemein sind die Schleimhäute, egal wo am Körper, deutlich schlechter durchblutet. Bei den Augen führt diese Durchblutungsschwäche zu Reizungen und Jucken, bei der Nase im extremen Fall zu Nasenbluten. Keinesfalls sollte man gegen die Trockenheit der Nasenschleimhäute ein herkömmliches Nasenspray nutzen. Allenfalls kann man mit einem kleinen Pumpsprayer etwas Babyöl oder Speiseöl zum Befeuchten der Naseninnenwände verwenden. Durch die trockenen Mundschleimhäute verspüren die Betroffenen ständig Durst.

Viele Frauen klagen ebenfalls entweder über Durchfälle, die keine offensichtliche Ursache haben oder über Verstopfungen. Beide Symptome werden vermutlich in den meisten Fällen durch die schlecht durchbluteten Schleimhäute im Darm verursacht. Auch die Haut in der Scheide wird deutlich schlechter durchblutet, was eine verstärkte Trockenheit hervorruft. Diese Trockenheit in Verbindung mit einer herabgesetzten Libido führt häufig zu einem schmerzhaften Geschlechtsverkehr und zu Blutungen. Wegen der schlechteren Durchblutung treten häufiger Scheidenentzündungen auf.

Haarausfall meist nur vorübergehend

Haarausfall ist besonders auf dem Höhepunkt der Wechseljahre ein Problem, das aber meist ebenfalls nach einiger Zeit auch ohne eine Behandlung wieder verschwindet. Im Zweifel sollte ein Blutbild angefertigt werden, in welchem überprüft wird, ob vielleicht wichtige Nährstoffe oder Vitamine fehlen. Der neue Haarwuchs, der vor allem im Gesichtsbereich auftreten kann, verschwindet allerdings bei vielen Frauen leider nicht nach dem Klimakterium. Verursacht wird das durch die in ihrer Höhe nahezu konstant gebliebenen männlichen Hormone, vor allem dem Testosteron.

Weitere Symptome

Vielfach wird über eine unbegründete Gewichtszunahme geklagt. Bei vielen Frauen können Gelenk- und Muskelschmerzen auftreten, die sich auch in verdickten Gelenken, besonders an den Fingergliedern äußern können. Neben und durch eine auftretende Harninkontinenz können Harnröhrenentzündungen und Blasenentzündungen auftreten.

Psychische Auswirkungen der Wechseljahre

Während körperliche und vegetative Symptome wenigstens gelindert werden können und vor allem das Wissen, dass sie in absehbarer Zeit wieder abklingen den Betroffenen bereits etwas Linderung verschafft, sind die psychischen Auswirkungen oft einschneidender als der Frau selbst bewusst ist. Reizbarkeit und Aggressivität wechseln von einem Moment auf den nächsten zu depressiven Verstimmungen und Nervosität. Diese Stimmungsschwankungen sind begleitet von Konzentrationsschwäche und teilweise anhaltenden Gedächtnisstörungen.

Das Selbstwertgefühl kann bei manchen Frauen darunter leiden, dass sie nun keine Kinder mehr bekommen können und sich von ihrem Kinderwunsch endgültig verabschieden müssen. Wenn Frauen dadurch in starke Depressionen fallen, sollten diese unbedingt behandelt werden. Gespräche mit anderen Betroffenen sind häufig eine große Hilfe. Vor allem das Wissen, dass man nicht allein ist mit den vielen unterschiedlichen Symptomen macht den Betroffenen vielfach neuen Lebensmut und lässt sie diese Zeit besser überstehen. Viele Symptome lassen sich behandeln, um die Zeit bis zum Ende der Wechseljahre besser zu überstehen.